Im Rahmen des Arbeitspaketes Prüfung Sensorik haben wir uns am 21. April mit dem Leiter des Straßen- und Grünflächenamts Berlin-Neukölln und dem Senorik-Anbieter Arbor Revital zur Begehung der Straßenbäume getroffen. Es wurde die Installation neuer Sensoren sowie die Funk-Nachrüstung bestehender Sensoren besprochen.

In der Woche nach Ostern hieß es für das Konsortium: QTrees Exkursion! In einer gemeinsamen Begehung vor Ort trafen wir auf Guido Fellhoelter (Sachgebietsleiter Straßenbäume und Straßenbegleitgrün, Straßen- und Grünflächenamt Neukölln) und Helen Prüfer (Sachverständige für urbanes Grün, Arbor Revital), um über die Installation bzw. Nachrüstung von sogenannten Watermark Sensoren zu sprechen. Das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) Neukölln hat bereits gut 220 solcher Sensoren im Einsatz, um die Bewässerung für die Bäume zu optimieren. Die Standorte werden dabei nach Strahlungsverhältnissen (Sonne, Halbschatten, Schatten), aber auch nach Standalter der Bäume bestimmt.

An dieser Baumscheibe werden die Watermark Sensoren händisch ausgelesen.

Der Watermark Sensor misst den Saugspannungswert in der Baumgrube des Baumes in unterschiedlichen Tiefen. Ändert sich der Wassergehalt im Boden, so ändert sich auch der Widerstand in der Sensordiode und somit der Saugspannungswert. Ein großer Vorteil dieser Sensoren ist, dass die Dateninterpretation – auch bei unterschiedlichen Bodenarten – von Standort zu Standort übertragbar ist und somit Schwellenwerte für die Bewässerung problemlos abgeleitet werden können.

Andere Sensoren wie bspw. Tensiometer oder volumetrisch messende Sensoren reagieren im Gegensatz zwar etwas schneller auf Änderungen in der Bodenfeuchtigkeit, sind aber nur im Zusammenspiel mit der Bodenart interpretierbar. Und genau hier liegt eine der vielen Hürden in der Vorhersage: die Böden in Berlin sind so divers wie ihre Bewohner:innen. Durch Trümmerschutt, Rohre oder Verwerfungen von Baustellen begegnen Bäume im gleichen Straßenzug oftmals sehr unterschiedlichen Bedingungen. Der Watermark Sensor ist somit der ideale Sensor für eine skalierbare Extrapolation der Daten.

Nach einer dreistündigen Begehung im Kiez wird nun die Funk-Nachrüstung von insgesamt 15 Bäumen geprüft. Durch eine Funkeinrichtung könnten Daten künftig mehrmals pro Tag ganz automatisch ausgelesen und per NB-Protokoll ins Netz übertragen und so bspw. auch nahezu in Echtzeit ausgewertet werden.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tiefen Einblicke in Baum und Sensortechnik!